• Arbeitssituationsanalyse

Die Arbeitssituationsanalyse (Nieder, 2000) ist ein Workshopverfahren zur Analyse und Gestaltung von Arbeitstätigkeiten und Arbeitsbedingungen in einem Unternehmensbereich. Neben Gestaltungsschwerpunkten werden auch bestehende Stärken identifiziert und aktiv in den Gestaltungsprozess mit eingebracht.

Vorbereitung

Bevor die Gruppe in den Workshop starten kann, müssen im Unternehmen einige Punkte geklärt sein. Das betrifft unter anderem:

  • Was ist das Ziel der Arbeitssituationsanalyse? Soll tatsächlich etwas verändert werden?
  • Wer ist im Unternehmen für die Koordination und die Kommunikation zwischen Bereichen und Hierarchieebenen verantwortlich (z.B. Lenkungskreis)?
  • Wer sind die Teilnehmer?
  • Wie und in welcher Reihenfolge erfolgt die Rückmeldung der Ergebnisse?
  • Falls erforderlich, wie werden Maßnahmen abgeleitet und umgesetzt?

Gruppe

Für eine Arbeitssituationsanalyse sind Gruppen in der Größe zwischen 8 und 12 Teilnehmern ideal. Die Teilnehmer kommen aus den betroffenen Bereichen, sind einander hierarchisch gleich gestellt und nehmen freiwillig am Workshop teil. Insgesamt sollte mindestens die Hälfte der betroffenen Beschäftigten im Workshop anwesend sein.

Ablauf

Eine Arbeitssituationsanalyse läuft in folgenden Stufen ab:

  1. Begrüßung & Einführung
  2. Wie hoch ist der Veränderungsbedarf in der aktuellen Arbeitssituation?
  3. In welchen Bereichen sind Veränderungen erforderlich?
  4. Wie können mögliche Lösungen aussehen?
  5. Welche Ressourcen bestehen?

Alle Schritte werden durch die Moderatoren dokumentiert und durch die Teilnehmer freigegeben. So können Missverständnisse vermieden und direkt weitergearbeitet werden.

Weiterarbeit mit den Ergebnissen

Die Ergebnisse werden den relevanten Entscheidungsträgern durch die Moderatoren in einem Workshop vorgestellt und diskutiert. Der Lenkungskreis priorisiert, legt Sofortmaßnahmen und systematisch zu bearbeitende Themenbereiche sowie Verantwortlichkeiten und fest. Eine fortlaufende Statuskontrolle bei den folgenden Sitzungen gewährleistet die tatsächliche Abarbeitung der Problemfelder.

Alle Schritte werden durch die Moderatoren dokumentiert und durch die Teilnehmer freigegeben. So können Missverständnisse vermieden und direkt weitergearbeitet werden.

Zeitbedarf im Unternehmen

  • Vorgespräch mit dem Vorgesetzten: ca. 45 Minuten
  • Durchführung der Arbeitssituationsanalyse: 2 bis 2,5 Stunden
  • Erörterung der Ergebnisse (Moderatoren, 1 Gruppenvertreter, Vorgesetzter): ca. 45 Minuten

 

Einsatzgebiete: branchenübergreifend

 

Vorteile

Durch den Einbezug von Beschäftigten und Führungskräften werden Kommunikation sowie die Atmosphäre im Team verbessert. Zusätzlich erhalten Führunguskräfte konstruktives Feedback zu ihrem Führungsverhalten.

Eine Arbeitssituationsanalyse folgt einem festen Ablauf, der vielfach erprobt ist und gewährleistet, dass die investierte Zeit sich in Form von spürbaren Verbesserungen in der Arbeit für Beschäftigte und Unternehmen auszahlen. Die Ergebnisse entstehen aus den Erfahrungen der betrieblichen Akteure – und sind direkt umsetzbar. Die Transparenz des Vorgehens sorgt für eine hohe Akzeptanz der erarbeiteten Lösungen und Maßnahmen bei allen Beteiligten.

Nachteile

Für größere Arbeitsbereiche ist diese Methode eher ungeeignet, da nicht mehr als 15 Personen an einer Arbeitssituationsanalyse teilnehmen können. Hier könnte nur ein verhältnismäßig geringer Anteil der betroffenen Beschäftigten einbezogen werden.

Für die Ergebnisse einer Arbeitssituationsanalyse spielen die aktuellen Vorkommnisse im Unternehmen immer eine große Rolle. Sie sind Momentaufnahmen und von den Erwartungen und Bewertungen, also der subjektiven Einschätzung der Teilnehmer, beeinflusst.

 

Ihre Ansprechpartnerin

Dipl.-Psych. Anja Hubrich

Anja Hubrich
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